Hab ich eigentlich schon erwähnt, dass Ramadan wieder angefangen hat? Einmal im Jahr muss ich mir die Erniedrigung einer ganzen Lebenslüge jeden Tag vor Augen halten. Meine Stimmung, entsprechend, gleich null. Und das liegt noch nicht mal daran, dass ich nicht essen oder trinken kann. Wer weiß, vielleicht tut das meiner Frustplauze mal ganz gut, wenn ich mich bei diversen Fressorgien mal zurücknehme. Nein, Ramadan ist ein Arschloch (übrigens ein noch größeres Arschloch als die Potsdamer Universität oder der beschissene Bafög-Antrag, der immer noch hier rumliegt), weil ich nicht davon überzeugt bin, dabei etwas Gutes zu tun (außer für meine Figur, versteht sich). Doch bevor ich nicht von zu Hause weg bin, sehe ich keine Rechtfertigung dafür, das meinen Eltern so blatant und ungeschickt vorzuhalten. Immerhin besteht immer noch eine kleine Abhängigkeit zu Ihnen, zumindest für ein paar Wochen noch (wenn der Bafög-Antrag weiterhin hier rumschimmelt dann auch für die nächsten Monate). Und da wir ja seit eh und je eine glückselige Familie sind, ist es umso bekloppter, jeden verdammten Tag am Essen in die Hackfresse meines Vaters oder meines Bruders zu sehen, und so zu tun, als wäre alles toll- weil Gott jetzt augenblicklich auf uns herabschaut und die Teufel verbannt hat und Krampfader.Mein einziger Trost also, während ich hier bei der Arbeit sitze (wo man mich übrigens vorhin angeprangert hat, weil irgendwer ständig Geld aus der Kasse klaut, und ich von einem Arschloch-Kollegen als Tatverdächtige angemacht wurde, obwohl ich zu dem Zeitpunkt gar nicht gearbeitet hatte), sind die beruhigenden Laute von Jimmy Edgars feiner Musikkunst, die ich einem gewissen Daniel zu verdanken habe, der tollste Empath im Internet. Auch, wenn ich nicht mehr über Geschlechtsverkehr sinniere, und mein Blog nach Käsefuß stinkt, ist es mir wichtig, irgendwann sagen zu können, ich habe wertvolle Menschen kennen gelernt, die mir was bedeuten, denen ich was bedeute, und da ist das Internet natürlich das beste Medium, blah blah blah.Ihr wisst was ich meine. Um auf das Thema Ramadan zurückzukommen: Mir fallen unsäglich viele Aktivitäten ein, um die Fastenzeit nicht zu Hause verbringen zu müssen. Autokino zum Beispiel. Eine sehr angenehme Sache, vor allem bei einem so trashig-gut gelauten Film wie WANTED. Zweiter Teil, anyone? Aber immerhin war die Autobatterie nach 2 Stunden Radio hören nicht tot, ein Happy End also.Wo wir gerade dabei sind: Happy End gibts nicht für meinen Bruder, der heute seine “Ich bin so blöd ich mach Karriere beim Bund und geh in einer Woche in den Kosovo wo ich mir die Eier schaukeln lassen und so tun kann als wäre ich der King”- Abschieds-Party im beschissensten Club Frankfurts (”Velvet”) feiert. Das war’s.
Chrome, Googles neuer und erster Webbrowser, ist eine kleine minderjährige, total enge und verlockende kleine Muschi, die man gerne mal penetrieren würde. Denn sie hat alles, was andere nicht haben: dicke Titten, straffe Beine, knackigen Arsch. Aber, meine lieben Freunde, genau so, wie es sich mit einer Prostituierten verhält, ist es leider auch mit diesem Browser. Natürlich ist Chrome schneller. Darum sollte es ja gehen. Aber um diese Schnelligkeit zu nutzen, muss man, och ja, einfach mal alle Recht abtreten, die man so im Internet hat. Würde ich dieses Post mit Chrome schreiben, hätte Google das vollste Recht, den Text an sich zu reissen und wiederzuverwenden. Deshalb bleib ich bei Opera.
Jaja, der Zuhälter, der einem die Pfanne übern Kopp zieht und dir das Geld klaut, und die Nutte, die von AIDS infiziert ist, aber doch so schön aussah. Ladidadida. Im Übrigen könnt ihr euch das alles bestätigen lassen, wenn ihr euch die Nutzungsbedingungen durchlest. Da Chrome Open-Source ist hoffe ich auf eine baldige Alternative in Sachen Speed.
Mich interessiert niemand mehr. Ich erinnere mich nicht an Geburtstage, ich scheiss drauf ob ich anderen weh tue und verhalte mich so egozentrisch wie es mir nur möglich ist. Interessanterweise wurde mir dieses Verhaltensmuster vorgeworfen, als es nie so war, und jetzt- jetzt scheint es jedem genauso egal zu sein wie mir.
Seht ihr, es hat nichts mit antisozialen Charakterzügen zu tun- es ist nur die höchste, purste Ignoranz, die man sich wünschen kann. Ja, ich ignoriere den Weltschmerz, ja, ich ignoriere die Wirtschaftsflaute und ja, ich kümmere mich mit Vorliebe um mich selbst, auch wenn ich nicht Samantha Jones heisse und dreiundachtzig Dildos besitze. Und es bockt niemanden mehr! Mich macht es halbwegs glücklich, keine Tränen mehr vergießen zu müssen, weil mich sowieso nichts jucken kann, und den Rest langweilt es höchstens, meine apathischen Zustände zu ertragen.
Dabei ist der Schnaps mein bester Freund. Bald gesellen sich noch viele andere kleine Freunde hinzu, habe ich das Gefühl: abtöten, was noch da ist, um die letzte Phase nicht mehr ganz so schlimm in Gedanken zu haben, wenn es mal vorbei sein sollte. Ich bin der geborene Alkoholikher: Ich werde nicht traurig, ich werde nicht still, ich flippe auch nicht aus, nein, ich vergesse, und dabei hab ich schon viel mehr gewonnen als man denken mag.
Ich vergesse, was es heisst, schwach zu sein. Ich vergesse, wie es ist, mit Worten geschlagen zu werden. Ich vergesse, dass meine Träume je existiert haben, ich vergesse, dass Witze witzig sein müssen, damit man lachen kann, ich vergesse, wie ich heisse und damit auch mein Leben, ich vergesse meine Vergangenheit und das, was noch kommen wird, ich vergesse, dass Geld die Welt regiert und Ecstacy schlecht fürs Immunsystem ist.
Und das ist gut so. Ich kann den Tag verpennen, die Stirn runzeln wenn mir das Arschloch der Nation gegenübersteht, grummlig sein, hungover sein, jeden anfucken, der mir in den Weg kommt, so tun, als würde ich unter Depression leiden (dabei ist es nur ein Kater) und jedem den Fickfinger geben, der ihn sehen will- ohne gefragt zu werden, was los ist. Denn jeder hat Angst vor der Antwort, die dann kommen wird, die Antwort, die sie beschuldigt und selbst zum Täter macht, mich eingeschlossen, wohlgemerkt: Sich selbst zu schaden ist auch kein Opfer.
Ist ja auch egal. Darum geht es nicht. Es geht darum, dass nichts mehr interessiert, und man genauso gut den Tequila runterstürzen kann, wenn es erst mal soweit ist. Und hoffen, dass sich die wichtigen Dinge alleine regeln. Dass man einfach die Augen verschließen kann. Wenns gar nicht mehr geht, gibt es ja immer noch Heroin.
Ich dachte ja immer, ich wäre ein süßes Kind gewesen. Als Baby mag das durchaus zugetroffen haben. Ich war ein süßes, wenn auch debiles, fettes und ein bisschen Chinesisch-aussehendes, FETTES Kind, das ständig gesabbert hat, nicht richtig krabbeln oder laufen konnte und sich die meiste Zeit ein komisches Plastiktelefon gegen den Kopf gehämmert hat. Das habe ich jedenfalls letztens entdecken können, als ich ca. dreitausend von Video auf DVD übertragene Kindheitserinnerungen fand. Ich dachte erst, es wären “versteckte” Pornos oder so, weil mir nicht bewusst war, dass sich irgendwer in der Familie mal die Mühe gemacht hat, irgendwas auf DVD zu übertragen. Aber ich lag falsch, und statt nackter Haut begegnete mir meine eigene kleine Wonneproppenfresse, minus Wonneproppen.
Schön und gut, als Baby, das kann man noch vertreten. Aber als ich das Video von 1993 fand - mein kleiner Bruder, das mit Abstand süßeste, goldigste, und hübscheste Baby auf der ganzen Welt, war schon ein Jahr alt - bin ich aufgesprungen, habe geschrien, war wütend, habe mich wieder hingesetzt, die Tränen fielen von meinen Wangen und ich musste mich für mich selbst schämen. Ich war nicht nur einfach hässlich, nein, ich war auch ein Arschlochkind. Ich war so eine kleine Nervensägescheisserarschlochmuschi! UND DAS SCHON MIT VIER JAHREN! Kein Wunder, dass ich so traumatisiert bin, wie ich bin. Und die Frisur erst. Ich hatte einen Lockenfokuhila, das möchte man sich mal vorstellen. U nd jetzt wundert mich auch nicht mehr, warum es eigentlich bis zu meinem 16. Lebensjahr kaum Fotos von mir gibt; entweder, meine Mutter hat sie in einem manischen Anfall der Verleugnung zerrissen, oder niemand konnte mich jemals überhaupt fotographieren, weil man vorher an seiner eigenen Kotze ersticken musste.
Yap, das ist sie, die ganze Wahrheit. Selbst auf den Videos, auf denen ich zu sehen bin, merkt man, dass man krampfhaft lieber die anderen Geschwister auf Kamera möchte. Und eigentlich hätte es mich kaum gewundert, wenn man mich ständig angeschrien hätte. Ich würd’s auch nachvollziehen, wenn die mich in nen Sack mit Welpen gepackt und ins Meer geworfen hätten, wirklich. So ein Kind kann man nicht tolerieren, man kann es nur umbringen, einsperren oder für immer so tun, als wäre man blind.
Wie meine Eltern das ausgehalten haben, ist bis heute fraglich. Ich muss sagen, ich habe mich durchaus weiterentwickelt. Entweder das, oder ich habe mich schon viel zu sehr an mich selbst gewöhnt. In diesem Falle müsste ich mich jetzt sofort selbst zerstören.
Die Frisur war echt grausam. Nicht mal die 80er oder 90er können das rechtfertigen. Ich bin für immer geschädigt. Und es wäre alles nicht halb so schlimm gewesen, wenn nicht mein kleiner Bruder im Kontrast einfach so ein kleiner Engel gewesen wäre (ich habe ihn übrigens als total hässliches Kind in Erinnerung), und wenn die mir nicht alle immer erzählt hätten, ich wäre das süßeste Kind der Welt gewesen. Unglaublich, was Lügen alles machen können.
Oh ja, wenn ich denen mal alle ins Gesicht kotzen könnte.. ich würd’s tun. Wirklich. Diese verschissenen Idioten, die meinen, alles besser zu wissen als ich. Die mich herumschubsen und zu Dreck stauchen. Nicht mal für Fehler, sondern für das, was ich bin.
Wirklich ins Gesicht kotzen. Und langsam stellt sich heraus, dass ich fast jeden Mann in meinem Leben irgendwie verachte, hasse, oder zumindest akut umbringen möchte. Mein Vater, der taktlose und völlig exzentrische Choleriker, der keine sozialen Kompetenzen vorweisen kann; mein Bruder, der sich als Bundeswehrmann profiliert, zum herablassenden Klugscheisser geworden ist und meint, er wäre der Chief, obwohl er selbst keine Ahnung hat, was er mit seinem Leben anfangen soll- dabei behandelt er mich nicht mehr wie eine Schwester, sondern wie ein kleines, unzurechnungsfähiges Stück Scheisse, mit dem man einfach so umspringen kann, wie man will; meine Kollegen auf der Arbeit, die mich den ganzen Tag nerven und fragen warum ich so “traurig” aussehe um eine Ausrede dafür zu haben, mir auf die Schulter zu klopfen oder zufällig mal an den Arsch zu langen; die gutaussehenden Typen, die nicht mal zwei Gehirnzellen in der Birne haben und höchstens ihren kleinen Freund zum Denken einschalten; die Hängi-Typen, die mich als arrogantes Biest bezeichnen, nur weil ich leider gerade keinen Kopf habe um “Freundschaft und vielleicht auch mehr” zu knüpfen; meine besten Kumpel, die sich hängen lassen, mich hängen lassen und alles irgendwie scheisse aussehen lassen; die Typen, die ich mal gut fand, die einfach nicht mehr da sind.
Nicht, dass es mit Frauen irgendwie besser wäre. Aber ich denke ich habe die Freundinnen gefunden, die ich einschätzen kann. Und außerdem geht es dabei nicht um Sex, was schon mal 50% aller eventuellen Probleme aus der Welt streicht. Bis auf die Fotze vom Arbeitsamt sind es wirklich nur die Männer. Die verschissenen Männer, die mir das Leben schwer machen.
Bald, sofern mein Vater mal seinen Sabberfaden wieder aufnehmen kann und aufhört, rumzubrüllen, um den Bafög-Scheiss auszufüllen, bin ich weg hier. Und bis auf meine Mutter und meinen kleinen Bruder vielleicht werde ich garantiert niemanden vermissen. Niemand mehr, der mir in mein Leben quatschen kann, niemand, der mich wie ein Stück Scheisse behandelt. Nur noch ich, und das, was daraus wird.
Ich hab Batman: The Dark Knight gestern im Kino gesehen und war nicht enttäuscht. Was schon mal mehr ist als ich mir vorstellen konnte, weil ich schon so viel gehört und gesehen hatte - positive Kritik, Lob, ach, und der arme Heath Ledger.
Aber machen wir das mal Schritt für Schritt.
Christian Bale, immer noch Ausnahmeschauspieler und Bestbesetzung für den dunklen Ritter. Der neue Anzug ist schnieke. Heath Ledger war großartig als Joker, und dabei hatte ich fürchterliche Panik davor, einem gehypten Charaktär gegenüber zu sitzen, der nur als gut gilt weil er, nun ja, tot ist. Dem ist nicht so. Wahnsinnig gut. Maggie Gyllenhaal - konnte ich noch nie leiden, aber zugegebenerweise gab sie dem Film mehr Tiefer als Katie Holmes es je könnte. Durchaus grandioser, der ganze Film, auch wegen seiner Länge, als Batman Begins. Dabei war er aber keineswegs zu lang oder schleppend. Gegen Ende hätte man sich vielleicht einige Joker Instanzen sparen können, vielleicht. Aber letztendlich war er genau so perfekt, wie er war. Philosophische Fragen wurden aufgeworfen. Und trotzdem wurde nicht an (typisch amerikanischer) Action gespart, trotzdem wurde die Story nicht gekillt und auseinandergenommen.
Ach, wenn es doch nur jeden Tag so einen Film gäbe. Der einen stundenlang packt, in den Sitz fesselt. Harvey Dent! Eine unglaubliche Figur, ärgerlich nur dass 2-Face dann so kurz abgehandelt wurde… ach, ich möchte gar nicht mehr so viel dazu sagen, wirklich nicht. Es käme gar nicht an das ran, was ich empfinde.
Nur eines: Geht Batman gucken, ihr werdet es nicht bereuen.
08.21.08 | Permalink | Auch die Kommentare sind durch das Passwort geschützt.
Ich habe gerade mit dem “inurl:” -String per Google alte Usernamen von mir durchgegeben und war verblüfft darüber, wie viele alte, völlig zerstreute Blogs meinerseits ich fand. Und dann: EIN LIVEJOURNAL! ICH HATTE MAL EIN LIVEJOURNAL! Ich weiß gar nicht, wie bekannt das heute noch ist, aber damals war das größer als MySpace, alter, das hat das Bloggen quasi revolutioniert, und ich möchte meinen, es fundierte die Entstehung von Emos..
Jedenfalls, oh mein Gott, das war die pure, pubertierende Abscheulichkeit, die sich da auf diesen Blogs (LIVEJOURNAL, HALLO!) ergießt. Auf Englisch, verständlicherweise, die deutsche Popkultur war ja 2005 noch lange nicht so ausgeprägt wie jetzt, möchte ich behaupten, und oh mein Gott, ich kann’s ja immer noch fast glauben, was ich da für einen BULLSHIT von mir gegeben habe.
Total schockiert ziehe ich mich in meine Gemächer zurück und bin erstmal froh, dass ich diesen peinlichen, emotional völlig zerworfenen Pubertätsfick mittlerweile belächeln kann und tatsächlich echte Probleme habe, die mich dann mal erschlagen werden. Irgendwann.
In schwierigen Zeiten wie diesen - wenn man sich mit nervtötenden, herablassenden Überschlampen vom Arbeitsamt herumschlagen muss, die einen ein Praktikum aufdrücken wollen und dazu zwingen, den ganzen bürokratischen Scheiss, den man längst weggeschmissen hat, wieder aus dem Müll zu fischen - muss man wissen, welche Musik man hört, um sich wenigstens in den ruhigen Momenten wieder auf ein angenehmes, d.h nicht überhitztes Level zu bringen.
Weshalb es mal wieder eine kleine Playlist gibt, schön verzippt und for your convinience, quasi.
Orson - No Tomorrow
Ach, ich mag Orson. Und ich wäre gerne mal auf ein Konzert von denen. Die machen so einen gute Laune Rock wie ich ihn schon lange nicht mehr gehört habe. Oder, wie ich es gerne nenne: Soundtrack-Rock.
The Verve - Love Is Noise
Ja ja, The Verve. Ich bin in erster Linie mal gespannt auf den Rest vom Album. An diesen Track musste ich mich erstmal ein bisschen gewöhnen, keine Ahnung, aber jetzt finde ich es gut, solange ich mir den schmalzigen Text nicht ins Deutsche übersetze. Ansonsten: Nicht wirklich wie The Verve der Bittersweet Symphony Zeiten.
The Black Ghosts - Some Way Through This
Eigentlich gar nicht meine typische Musikrichtung. Irgendwas Elektro-Indiemäßiges, perfekt auf den Hype zugeschnitten. Aber der Song ist gut, düster, kreativ, irgendwie intelligent und sehr “die-Welt-geht-unter”, that’s how I like them und so. Badam. Der Rest von der Band gefällt mir irgendwie nicht.
Ne-Yo - Closer
Ein bisschen Pop muss sein. Ich finde diesen Song sehr catchy, und nachdem ich letztes Mal schon Lindsay Lohan erwähnt hatte, mache ich wenigstens fortschritte in der Auswahl der hässlichen Popmusikanten.
George Thorogood - Summertime Blues
All-time favourite. Ich glaube, diesen Song werde ich in zehntausend Jahren noch hören können. Ich muss dabei immer an die Szene aus “This Boy’s Life” denken, wo der kleine Leonardo DiCaprio das Auto vom bösen Stiefpapa Robert DeNiro klaut und dieses Lied abspielt. Herrlich. Und wer hat da keine gute Laune, egal, wie schlimm es im Sommer ist? Perfekt für meine Stimmung, anyway.
Supersystem - Eagles Fleeing Eye
Keine Ahnung, woher ich diesen Song habe, aber er ist ziemlich cool. Sehr chillig, aber trotzdem mit Unterhaltungswert (also kein Cafe Del Mar Gedöhns). Indie auf eine sehr sensible Art und Weise? Nein, keine Weibermusik.. catchy, jawohl. Ich scheine leicht verwirrt zu sein.
Cansei De Ser Sexy (CSS) - Move (Cut Copy Remix)
CSS sind eine ganz spezielle Sache für mich. Ich kenne alle Songs und mag ungefähr nur vier davon. Aber manchmal findet man Remixe, die dann doch ganz gut sind, und dieser hier hat’s mir angetan. Nicht ganz so tanzbar wie er poppig ist, aber man kann ihn sich antun, ja.
Passion Pit - Sleepyhead
Wer auch immer Passion Pit ist, er ist erfolgreich auf den “Justice meets MGMT” - Zug aufgesprungen. Gar nicht so schlecht. Ich finde den Song teilweise echt traurig, ohne es erklären zu können. Aber das kann ich meistens sowieso nicht. Weshalb es wohl auch echt egal ist, was ich davon halte oder nicht. Elektronisch, passt.
Boy Crisis - Dressed To Digress
Respekt für die Lyrics. Lustig- auch auf dem Indie-Elektro-Hype-Zug, aber tanzbar, catchy und irgendwie schwul. Der Typ besingt zwar eine Frau, aber ich muss mir das im Soundtrack von Queer as Folk vorstellen, und das beunruhigt mich. Männer, haltet euch die Ohren zu.
Charles Hamilton - Brooklyn Girls
Ich hab gerade meine Rap Phase. Und Charles Hamilton macht sein Ding ganz gut, echt cooler Flow, man kann die Eastcoast raushören, so mag ich’s doch. Nicht zu viele übertriebene Beats, sondern eher klassischer Rap. Aber was weiß ich schon.
Zoot Woman - Live In My Head
Warum sagt mir eigentlich nie jemand bescheid, wenn meine Lieblingsbands neue Tracks veröffentlichen? Ich bin wieder etwas spät dran, aber Live in My Head ist so Zoot Woman, wie man es sich nur wünscht, obwohl sogar noch elektronischer als ich es gewohnt bin. Ist aber auch egal, weil es sich gut anhört.
Editors - All Sparks
Ich verspüre eine ungebändigte Lust diesen Song bei Guitar Hero zu spielen. Argh! Obwohl, erinnert schon krass an Interpol… was ich gar nicht gut finde, weil ich wirklich 3 Wochen dachte, es wäre von Interpol, aber dann, Editors, und ich war schockiert, aber ich glaube, das ist so ziemlich der coolste Song seit ganz ganz lange. Und mit cool meine ich extrem abgefuckt und mit Zigaretten und sowas.
Kings of Leon - Sex On Fire
Eigentlich möchte ich diesen Song gar nicht kommentieren, weil er toll ist und der Typ eine ziemlich krasse Stimme hat die in mir Dinge auslöst, die.. nunja, reden wir nicht darüber.
Lil Wayne - Pussy Monster
“A Milli” finde ich echt schrecklich und ich weiß nicht was so viele an diesem Track gut finden. Aber war ja klar das ich wahrscheinlich die einzige Frau auf der Welt bin die Pussy Monster gut findet. Oder auch nicht. Das kommt darauf an, wie geil man Lil Wayne findet. Ahem.
Talib Kweli - Hot Thing
Mein neuer Lieblingsrapper… extrem geile Hook, das Video ist auch gut, und Kweli hat einen coolen Flow. Ich liebe es einfach, wenn man es in den heutigen, von Schwachmaten bevölkerten Zeiten schafft, trotzdem noch guten Hip Hop zu produzieren, wo es nicht um Bling Bling und Gangsta und irgendwelche total abgekauten Beats geht. Hot Thing ist vor allem ein einziges Kompliment an die Ohren, und deshalb auch für alle zu empfehlen, die keinen Hip Hop hören.
Kleerup - Until We Bleed (ft. Lykke Li)
Kleerup ist nicht spektakulär, aber Frau Li hat eine sehr schöne, wenn auch kindliche Stimme. In der Combo passiert nichts außerordentliches, aber etwas angenehmes, und wenn etwas angenehm ist, dann muss man es ja gut finden, und ich finde es sehr gut.
Alter Ego - Why Not?
Jaaa, endlich! ENDLICH mal was tanzbares! Alter Ego hat’s mit diesem Track vom letzten Jahr schon wieder bei mir in die Playlist geschafft.. aber das hängt echt ganz davon ab, wie oft er in den Clubs gespielt wird, die ich besuche.. in letzter Zeit kaum gehört, also wird zu Hause aufgeholt.. höhö.. wer ihn nicht kennt und hat: Seid dankbar!
Badly Drawn Boy - Everyboy’s Stalking
.. und das war’s mit unserem Techno-Ausflug. Lieber wieder zur Post-Grunge Era, aber nicht ganz so depressiv. Dieses Lied ist vom Igby Goes Down Soundtrack, ein wirklich ungeheuer guter Film, wie ich noch nebenbei erwähnen möchte. Aber dieser Song ist die pure Gänsehaut.
Lilly Allen - Guess Who Batman (Fuck You Very Much)
Ich habe keine Ahnung, warum. Ich weiß es wirklich nicht. Aber “Batman” befindet sich im Titel, also MUSS der Song irgendwie gut sein.
Download “August Playlist” bei YouSendIt als .zip File.
PS: Beeilt euch, nur 7 Tage bzw 100 Downloads gültig, und ich alleine werde das jetzt noch mal 30 Mal downloaden um euch zu ärgern, höhöh.
Ich war gestern schon wieder im Kino. Allerdings war das auch bitter nötig, weil ich mir Samstags schon “Leg dich nicht mit Zohan an” angucken musste, einer der dümmsten Schwachmatenfilmen mit dem besten Soundtrack aller Zeiten. Als Kompensation und vielleicht auch zur Verdrängung bin ich dann gestern mit Menschen, die man am besten wohl als “pseudo-sophisticated” oder auch “Studenten” bezeichnen kann, in ein Szene-Underground-Kino gegangen, das einen (würg) deutschen Film namens “Dr. Aleman” ausstrahlte, in der Hauptrolle August Diehl.
Ich glaube, als ich KeinOhrHasen im Kino sah, ist etwas mit mir passiert; vielleicht wurde ich mit einem kleinen Funken Hoffnung für den deutschen Film infiltriert, ich bin mir nicht ganz sicher. Gestern wurde diese Hoffnung, mal wieder, mit einem Schlag zunichte gemacht. Versteht mich nicht falsch, der Film war überhaupt nicht schlecht. Aber ich glaube, das Attribut “deutsch” passt mehr, als alles andere, um meine Emotionen dazu auszudrücken. Vielleicht erstmal eine kurze Beschreibung der Handlung.
Der Medizinstudent Marc ist ein echter Abenteurer: Er hat sich dazu entschieden, sein Praxissemester in der kolumbianischen Drogenhochburg Cali zu verbringen. Die ersten Tage stellt er sich auf eine schöne Zeit mit gutem Wetter und hübschen Frauen ein - doch schon bald merkt er, dass die Kluft zwischen seiner schicken Klinik und dem nahen Slum größer ist, als er vermutet hätte. Und bald stößt der “Dr. Alemán” an die Grenzen seiner Belastbarkeit. (via)
So. Hört sich ernst an, war auch ziemlich ernst. Eigentlich ist “seriös” das bessere Wort. So seriös wie ein deutscher Autoauspuffhersteller. So seriös wie die Frau an der Supermarktkasse. Mit Anzug und Schlips.
Und obwohl diese Ernsthaftigkeit, auch der Zynismus, auf jeden Fall funktioniert, um Spannung und Emotionen zu vermitteln, geht der künstlerische Aspekt eines Entertainement-Mediums, was der Film nunmal in erster Linie ist, einfach total flöten. Man guckt nichtmehr einer Geschichte in Bildern zu, man fühlt nicht mit ihr, nein, man bekommt nur einen sehr intensiven Lebensabschnitt aufgedrückt und geht aus dem Kino, ohne seine Fantasie belebt zu haben. Es mag zwar Fiktion sein, aber die Darstellung ist in einen unvorstellbar erdrückenden Realismus gepresst.
Das mag für den ein oder anderen Filmliebhaber genau DAS sein, was er gesucht hat- mir geht’s tierisch auf den Sack. Ernsthafte Themen müssen trotz ihres Gewichts nicht mit Karacho auf einen draufkloppen, Leichtigkeit kann zumindest in Dialogen oder Szenen ausgedrückt sein- siehe City of God. Eine außerordentliche Leistung, dieser Film, ich weiß, unvergleichbar eigentlich mit irgendeinem deutschen Film, aber trotzdem. Warum schaffen es so viele Regisseure aus Hollywood (und damit meine ich nicht die Blockbuster-Kings), Südamerika, Frankreich- während die Kartoffelnation es nicht mal schafft, Metaphern oder Symbole zu verwenden. Vielleicht etwas, was den Geist antreibt.
Dr. Aleman, um nur darauf zurückzukommen, war, wie erwähnt, kein schlechter Film. Er war intensiv, realistisch, gehaltvoll, emotional. Aber dafür auch ziemlich unspektakulär, die Storyline entwickelte sich wie man schon erwarten konnte (vielleicht bis auf das Ende, das mehr wie ein Psychothriller abgehandelt wurde als wie das Drama, das es noch zu Anfang war), langweilig ist nicht das richtige Wort, aber es grenzt daran. Interessante Charaktäre, aber undurchleuchtet, gewisse Taten nicht nachvollziehbar, teile aus Gesprächen zwischen den Hauptfiguren entweder zu dumm oder zu intelligent für mich, ich tippe auf letzteres, aber damit hätten die Macher ja die Zielgruppe (”sophisticated”) verpasst, also war es nicht meine Schuld.
Egal wie, es ist ein Syndrom, ein Phänomen. Eine Krankheit. Gezwungen ernste Filme, am besten in kein Genre passend, immer herausragend sein wollen, immer irgendwie realistisch (oder platt, je nachdem), und niemals wirklich gut oder schlecht. Es ist weder Hass noch Liebe, es ist HassLiebe, die mich mit dem deutschen Film verbindet. Lola Rennt, Wer Früher Stirbt Ist Länger Tot, Das Parfüm, Knallhart, Napola.. IST EUCH SCHON MAL AUFGEFALLEN WIE SCHEISSE ERNST DIESE FILME SIND?
Vielleicht liegt’s auch an den schlechten, oder eher ungewohnten Soundtracks. Immerhin ist die musikalische Bemalung für mich so ziemlich der wichtigste Punkt beim Bildergucken. Vielleicht ist es auch nur Verblendung und Gewohnheit, die mich so herablassend werden lässt. Ich weiß jedenfalls, wie ich meine Filme drehen würde, wenn ich es könnte (und keine Sorge, ich arbeite darauf hin!).
Vielleicht liegt’s
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